Das Gehirn steuert die Motorik, Sensorik und die Funktion innerer Organe. Über die Nervenbahnen des Rückenmarks ist es mit dem Körper verbunden. Wird diese Verbindung unterbrochen, kann es zu erheblichen Störungen oder einem vollständigen Ausfall der motorischen, sensorischen oder vegetativen Funktionen kommen. Diese schwerwiegende neurologische Beeinträchtigung wird als Querschnittlähmung bezeichnet.
Das Rückenmark (Medulla spinalis) ist ein essenzieller Bestandteil des zentralen Nervensystems (ZNS) und verläuft geschützt innerhalb der Wirbelsäule. Hier befinden sich Nervenfasern, die Signale zwischen Gehirn und Körper weiterleiten, sowie die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), die nicht nur den Stoffwechsel der Nervenzellen unterstützt, sondern auch als Schutzmechanismus für das Gehirn dient.
Eine Querschnittlähmung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. In den meisten Fällen ist sie die Folge einer schweren mechanischen Krafteinwirkung, die durch Unfälle wie Verkehrsunfälle, Stürze oder Sportunfälle verursacht wird. Dabei können verschobene oder gebrochene Wirbelkörper das empfindliche Rückenmark einquetschen oder durchtrennen. Auch Blutergüsse oder Gewebeschwellungen im Bereich der Wirbelsäule können die Nervenbahnen so stark schädigen, dass eine dauerhafte Beeinträchtigung entsteht.
Neben unfallbedingten Verletzungen können auch verschiedene Erkrankungen zu einer Querschnittlähmung führen. Tumore im Bereich des Rückenmarks oder der umgebenden Strukturen können das Nervengewebe verdrängen und schädigen. Ebenso können Infektionen wie Meningitis oder Myelitis das Rückenmark entzünden und zu neurologischen Funktionsverlusten führen. Weitere mögliche Ursachen sind vaskuläre Erkrankungen wie ein Schlaganfall im Rückenmark oder degenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, die das Nervensystem nachhaltig beeinträchtigen können.
Eine Querschnittlähmung kann entweder komplett oder inkomplett sein. Bei einer kompletten Querschnittlähmung sind sämtliche motorischen und sensorischen Funktionen unterhalb der Schädigungsstelle unwiederbringlich verloren. Die betroffenen Körperbereiche sind vollständig gelähmt und reagieren nicht mehr auf Reize.
Bei einer inkompletten Querschnittlähmung hingegen können noch gewisse motorische oder sensorische Funktionen erhalten bleiben. Das bedeutet, dass Patienten unterhalb der Läsion möglicherweise noch eingeschränkte Bewegungen ausführen oder gewisse Empfindungen wahrnehmen können. Die Intensität der verbleibenden Funktionen variiert von Fall zu Fall und hängt von der Schwere der Rückenmarksverletzung ab.
Die Folgen einer Querschnittlähmung gehen weit über die offensichtlichen motorischen Einschränkungen hinaus. Neben dem Verlust der Geh- und Stehfähigkeit leiden Betroffene oft unter Begleiterscheinungen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinflussen.
Eine Lähmung der unteren Extremitäten führt nicht nur zu Mobilitätseinschränkungen, sondern kann auch die Blasen- und Darmkontrolle stark beeinträchtigen. Viele Patienten sind dauerhaft auf Katheter oder spezielle Hilfsmittel angewiesen. Auch die Sexualfunktion kann durch die Lähmung erheblich beeinflusst werden.
Darüber hinaus treten häufig vegetative Dysfunktionen auf, die den Kreislauf und den Temperaturausgleich des Körpers beeinträchtigen. Dies kann zu Kreislaufproblemen, unregulierbarem Schwitzen oder einer gestörten Körpertemperatur führen. Langfristig können Komplikationen wie Dekubitus (Druckgeschwüre), Skoliose (Wirbelsäulenverformung) und Kontrakturen (Versteifung von Gelenken) auftreten. Bei einer hohen Querschnittlähmung im Bereich der Halswirbel kann zudem die Atemfunktion stark beeinträchtigt sein, sodass eine künstliche Beatmung notwendig wird.
Obwohl Querschnittlähmung derzeit nicht heilbar ist, haben moderne Forschungen vielversprechende Therapieansätze entwickelt. Neuartige Behandlungen wie Elektrostimulation des Rückenmarks, Neuroprothetik und tiefe Hirnstimulation könnten in Zukunft dazu beitragen, die motorischen Funktionen von Betroffenen zu verbessern. Ziel aktueller Therapien ist es, die Lebensqualität zu steigern und die verbleibenden körperlichen Funktionen bestmöglich zu erhalten.
Das innovative VR-Therapiesystem CUREO nutzt Virtual Reality, um motorische und sensorische Rehabilitation mit spielerischen Elementen zu kombinieren. Die Immersion in virtuelle Welten steigert die Motivation der Patienten und erleichtert repetitive Übungen.
CUREO ermöglicht spezifische Therapieziele wie die Verbesserung der Arm- und Handkoordination, die Schulung der Körperwahrnehmung sowie die Reduktion von Schmerzen durch gezielte VR-Interventionen.
Zusätzlich zu den bereits bekannten Anwendungen in der Rehabilitation von Querschnittgelähmten, wird CUREO auch zunehmend in wissenschaftlichen Studien untersucht. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass VR-basierte Therapien einen positiven Einfluss auf die neuronale Plastizität haben und so die Regeneration der Nervenbahnen unterstützen können.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den innovativen Funktionen von CUREO, wie der Spiegeltherapie, die dabei hilft, motorische Defizite auszugleichen, und der Sonifikation, die es ermöglicht, Bewegungen akustisch darzustellen, um so die Körperwahrnehmung zu fördern. Darüber hinaus ermöglicht CUREO die Steuerung durch Blickbewegungen oder Autogreifen, sodass selbst Patienten mit hochgradiger Lähmung aktiv an der Therapie teilnehmen können.
Insgesamt trägt CUREO dazu bei, Querschnittgelähmten eine effektive und motivierende Therapieoption zu bieten, die über die klassische Physiotherapie hinausgeht und neue Möglichkeiten für die neurorehabilitative Behandlung eröffnet.
Haftungsausschluss:
Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen und Erfahrungswerten aus der Anwendung des CUREO®-Systems im Rahmen ärztlich verordneter Rehabilitationsmaßnahmen. Eine individuelle Therapie, deren Erfolg und Wirkung, kann nicht garantiert werden. Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung durch medizinisches und therapeutisches Fachpersonal.